NEWS (10.01.2011)

Bezirksliga Männer 1:
HSG Oberer Neckar -
SV Weinstadt   24:25 (14:13)

Knapp aber verdient

Der SV Weinstadt tat sich im Auswärtsspiel bei der HSG Oberer Neckar in Stuttgart Wangen überraschend schwer. Erstens war das Hinspiel in eigener Halle deutlich zu Gunsten der Remstäler ausgegangen. Zweitens offenbarte ein Blick auf den Kader der Stuttgarter, dass diese auf wichtige Spieler verzichten mussten.

Beim SVW fehlte zwar Routinier Vatsche Sarantis, dennoch schienen die Rollen klar verteilt. Schnell wurde jedoch allen Anwesenden klar: ein Selbstläufer wird das heute nicht. Vor allem die teilweise überharten Abwehraktionen der HSG brachten Weinstadt aus dem Tritt. Anstatt kühlen Kopf zu bewahren, haderten die Gäste mit den Schiedsrichtern. Die Folge war, dass die Hausherren Oberwasser gewannen und in Führung gingen, sich aber dennoch bis zur Halbzeit nicht entscheidend absetzen konnten.

In Durchgang zwei startete Weinstadt bereits in doppelter Unterzahl, bedingt durch zwei unnötige, aber vertretbare Strafen zum Ende der ersten Hälfte. Als dann aber auch noch Rückkehrer Robin König die rote Karte nach einer doppelten Zeitstrafe sah, die von einer fälschlicherweise gegebenen gelben Karte ausging, schüttelte man sogar auf der gegnerischen Bank ungläubig den Kopf. Was den Schiedsrichter zu dieser Entscheidung bewogen hatte, wusste er später selbst nicht mehr, immerhin folgte eine Entschuldigung.

Bei allem Ärger über die missliche Lage so kurz nach der Pause: die rote Karte schien den Knackpunkt des Spiels zu markieren. Der SVW dachte sich „Jetzt erst recht!“, erkämpfte sich das Unentschieden und ging kurz darauf in Führung. Marc Rühle (insgesamt elf Treffer) verwandelte alle Siebenmeter eiskalt, Timo Vaihinger parierte nun glänzend die Würfe der Stuttgarter, die sich ebenfalls nicht unterkriegen lassen wollten.

Kurz vor Schluss stand eine Zwei-Tore-Führung der Gäste. Die HSG schaffte zwar noch den Anschlusstreffer, konnte aber, als sie nach einer kuriosen Aktion erneut in Ballbesitz kam, den Freiwurf in letzter Sekunde nicht mehr verwandeln.

Den Stuttgartern wäre nach guter Leistung ein Unentschieden wohl auch zu Gönnen gewesen. Die gezeigte Weinstädter Moral, getragen von den besten Fans der Liga, ist aber auf jeden Fall zwei Punkte wert.